Werkzeugaufnahmen: mit der richtigen Entscheidung zum perfekten Bauteil
Das Spannen zählt zu einer elementaren Funktion im Handhabungsprozess. Es wird beeinflusst durch Werkzeug, Werkstück, Bearbeitungsprozess und Umwelt, die auch in Wechselbeziehung zueinanderstehen. Die Wahl einer Werkzeugaufnahme hängt von der geforderten Bauteilqualität, der Zugänglichkeit und der Bearbeitung ab und wird bestimmt durch Größen wie Bearbeitungsdrehzahl, Rundlaufgenauigkeit, Spannkräfte oder Spannmomente, um nur einige zu nennen. Häufig beruht sie auf der jahrelangen Erfahrung des Anwenders.
Werkzeugaufnahmen: Pro und Contra
Spannzangenfutter
+ kosteneffiziente Variante bei häufigwechselnden Schaftdurchmessern
+ wenig Platzbedarf
+ höchste Flexibilität
+ hohe Stabilität
+ große Auswahlmöglichkeiten
- Störkonturen durch die Größe der Spannzangenfutter
- Spannvorgang fehleranfällig
Weldon-Futter
+ einfachstes Spannfutter
+ günstigster Anschaffungspreis
+ maximale Haltekräfte
+ maximale Bedienerfreundlichkeit
+ sehr weit verbreitet
- schlechtester Rundlauf vgl. mit anderen Spannfuttern
- ungenaues Spannfutter
Schrumpffutter
+ hohe Spannkraft
+ maximale Steifigkeit
+ Rundlaufgenauigkeit < 3 μm
+ optimale Zugänglichkeit
+ sehr gutes radiales Nachgiebigkeitsverhalten
+ hervorragende Haltekraft
+ für hohe Drehzahlen geeignet
- Schrumpfgerät nötig (Zusatzkosten)
- anfällig für Vibrationen
- Schulung für Schrumfgerät nötig. Nicht intuitiv
- Platzintensiv. Für jeden Schaftduchmesser eine eigene Aufnahme nötig
Hydrohdehnspannfutter
+ hohe Spannkraft
+ hohe Steifigkeit
+ Rundlaufgenauigkeit < 3 μm
+ gute Zugänglichkeit
+ lange Standzeit
+ hohe Schwingungsdämpfung
+ für hohe Drehzahlen geeignet
+ kein zusätzliches Werkzeug erforderlich
- sensible für Verschmutzungen
- limitiert bei hohen Temperaturen